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1.02.2004    Kornwestheimer Zeitung  

Wie funktioniert die Maus?

PC-Kursus für Frauen: Drittes Projekt gestartet

Kornwestheim. Wer jeden Tag stundenlang am Computer sitzt, kann sich oft gar nicht mehr an seine ersten Versuche mit Maus und Tastatur erinnern. Für sechs Frauen ausländischer Herkunft ist diese Erfahrung ganz frisch. Sie nehmen an einem achtteiligen Kursus teil, der im Rahmen von "Lokales Kapital für soziale  Zwecke" im  Jugendzentrum angeboten wird.

Von Andrea Rudolph

Hatice Esen hat zwar schon einmal mit dem Computer gearbeitet, ist aber sehr froh über das Angebot. „Hier kann ich meine Kenntnisse auffrischen", sagt die 28-jährige Mutter von zwei Kindern. Durch einen Aushang im Kindergarten hat sie von dem Kursus erfahren und sich angemeldet - neben 26 anderen Müttern aus dar Weststadt, berichtet Tanja Solander, städtische Sozialarbeiterin im Jugend- und Bewohnertreff, die das dritte Projekt (Lokales Kapital für Soziale Zwecke) mit in die Wege geleitet hat. „Wir haben gemerkt, dass viele Frauen noch nie etwas mit Computern  zu  tun hatten und wollen Berühungsängste abbauen."

Sechs Frauen, die ausgelost wurden, nehmen  am ersten PC-Kursus teil, sieben weitere am zweiten, der im Sommer starten soll. Die Erzieherin und Multimedia-Designerin, Andrea Häussermann unterrichtet die Frauen einmal die Woche vormittags zwei Stunden lang. „Ich musste wirklich bei Null anfangen, aber jetzt sind schon Fortschritte erkennbar", erzählt die Kursleiterin. Ein Problem seien die schlechten Deutschkenntnisse einiger Teilnehmerinnen. Tanja Solander erklärt: „Viele wohnen noch nicht lange hier." Der Weg ist das Ziel. „Es geht nicht nur um den Umgang mit dem Computer", sagt Werner Ott vom Bauverwaltungsamt, der die Förderrojekte koordiniert. „Die Frauen sollen ins Gespräch kommen und Kontakte knüpfen". Mittlerweile laufen drei Projekte, für zwei weitere - Computerkursus mit Schwerpunkt Bewerbung - sind die Verträge unter Dach und Fach. Geplant sind vier weitere, denen allerdings der Begleitausschuss um Bürgermeister Michael Köpple noch zustimmen muss: ein Müttertreff im Kindergarten Herderstraße, ein Kommunikationstraining für 14- bis 16-Jährige, eine Schülerförderung und ein internationaler Kochkurs.

Insgesamt stehen der Stadt bis Ende Juni 80000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds für die Weststadt zur Verfügung. Pro Projekt gibt es maximal 10 000 Euro. Werner Ott geht davon aus, dass die Mittel ausgeschöpft werden können.

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