„Lokales Kapital für soziale Zwecke“ in der Sozialen Weststadt
Ausgangslage
Erhebliche Defizite sind auf dem Gebiet des sozialen Sektors zu verzeichnen. Wie in keinem anderen Stadtteil Kornwestheims hat sich die soziale Situation in den letzten Jahren verändert. Der hohe Anteil an Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen, der Rückzug der alteingesessenen Bevölkerung sowie der gleichzeitige Zuzug von Migranten prägen das Image des Stadtteils. Betroffen sind Jugendliche und junge Erwachsene, die auf Grund ihres sozialen Umfeldes im Vergleich zu anderen Stadtteilen nicht die Voraussetzungen haben, die sie für einen Arbeitsplatz qualifizieren. Gespräche mit der Jugendbetreuung vor Ort haben ergeben, dass sowohl Anreize wie Vorbilder in der unmittelbaren Nachbarschaft, als auch eine entsprechende Infrastruktur zur (Weiter-) Qualifizierung für den Arbeitsmarkt fehlen. Besonders betroffen hiervon sind Bewohner/innen mit Migrationshintergrund. Sie solidarisieren sich in Gruppen ihrer Nationalitäten und sind von den deutschen Bewohner/innen isoliert. Dies führt zu Ausgrenzungen verbunden mit Mehrfachbenachteiligungen in Form von sprachlichen, ethnischen und soziokulturellen Problemen. Des Weiteren treten geschlechtsspezifische Probleme auf, wie die Integration tradierter Rollenmuster in die deutsche Gesellschaft. Verbunden mit vermehrter Arbeitslosigkeit steigt die politisch motivierte Jugendkriminalität an. Die Folgen sind eine gewachsene Gewaltbereitschaft sowie eine geringe Identifikation mit dem Stadtteil.
Auch das traditionelle Rollenverhalten ist in der Weststadt ausgeprägter als im übrigen Stadtgebiet. Vielen jungen Müttern ist der Wiedereinstieg in den Beruf nach der Elternzeit erschwert. Nach Erfahrung der Kinder- und Jugendbetreuer/innen vor Ort obliegt die Hausarbeit sowie Kindererziehung fast ausnahmslos den Frauen.



